Empfehlungen der Reform-Kommission im Praxis-Check

1. Kooperatives Planen im Team

Die Reformkommission empfiehlt zunächst eine genaue Ermittlung des Projektbedarfs in Zusammenarbeit mit dem künftigen Nutzer. Er bildet die Grundlage für die anschließende Planung durch ein interdisziplinär zusammengesetztes Planungsteam. Dabei ist die Planung sorgfältig gegen unkontrollierte und projektzielgefährdende Änderungen abzusichern.

Die Architektenleistungen zum Flugsteig A-Plus wurden im Rahmen eines Planungs­wett­bewerbs vergeben. Deshalb stand der Projektbedarf schon vor Planungsbeginn fest und lag in Form einer Funktionsplanung vor. Dazu haben der Terminal-Betrieb und andere Nutzer des Flugsteigs ihre Prozess-Anforderungen formuliert, die in enger Abstimmung aller Beteiligten durch Projektentwickler und Planer optimiert auf einander abgestimmt wurden. Auf dieser Grundlage wurden eine Baukostenobergrenze ermittelt und Kostenziele abgeleitet.

Ab Planungsbeginn hat Fraport sukzessive alle Planer in einer Großraum-Büroetage zusammen­geführt, wie sie etwa im Lean Management auch als „big room“ bezeichnet wird. Kurze Wege, direkte Kommunikation und schlanke Hierarchien haben den interdisziplinären Austausch erleichtert und befördert. Der förmliche Abschluß und die Abnahme insbeson­dere der frühen Leistungsphasen 2 und 3 haben nicht nur Planungsqualität sichergestellt, sondern markierten gleichzeitig die gemeinsam erarbeiteten Leitplanken für den jeweils nächsten Planungsabschnitt.

Auch projektziel-gefährdende Änderungen ließen sich so besser erkennen, die von Anfang an im Risiko- und Änderungsmanagement verfolgt wurden. Als Wiederholungsbau­herr mit eigenen Anforderungs- und Planungs-Kompetenzen profitiert Fraport im gesamten Pla­nungs-Prozess von der Erfahrung und dem Verständnis dafür, daß es ohne Kompro­misse auf allen Seiten nicht geht. So konnten Änderungen auf ein Minimum beschränkt, und z. T. sogar „Design-Freezes“ durchgesetzt werden. Unvermeidbare oder unternehme­risch wesentliche Änderungswünsche sind, nachdem sie vom Unternehmen beschlossen wurden, mit ihren Kosten- und Terminauswirkungen in einen fortgeschriebenen Projekt­auftrag eingeflossen.

1. WVPM

Präsident
Prof. Dr.-Ing. Norbert Preuß

1. Vorsitzender
Prof. Dr. Klaus Eschenbruch
2. Vorsitzender
Prof. Dr.-Ing. Florian Kluge

2017  1. Wissenschaftlichen Vereinigung Projektmanagement - 1wvpm