Empfehlungen der Reform-Kommission im Praxis-Check

3. Risikomanagement und Erfassung von Risiken im Haushalt

Die Reformkommission empfiehlt, Haushaltsmittel erst dann freizugeben, wenn ein Risikomanagement installiert ist, und die von diesem monetär ermittelten Risiko-Kosten im Haushalt mit einzuplanen. Die Ausgestaltung des Risikomanagement sollte entsprechend der einschlägigen DIN-/ISO-Normen erfolgen.

Wesentliche Voraussetzungen für ein wirkungsvolles Risikomanagement sind eine stabile und nachvollziehbare Kostenbasis, eine enge inhaltliche Verankerung im Projekt und seine Unabhängigkeit. Die Kostenbasis ist von Beginn an im Rahmen des beschriebenen Planungsprozesses entwickelt, und im steten Abgleich mit den Kostenzielen des Projektes kontinuierlich fortgeschrieben worden. Zur Qualitätssicherung wurden diese Kostenermitt­lungen gesondert durch Baukosten-Spezialisten plausibilisiert und dabei auch auf Risiken hin geprüft. Zusätzlich wurde frühzeitig ein unabhängiges Risiko-Management implementiert, das über die Kostenrisiken hinaus mit einem „Ohr auf der Schiene“ das Projekt inhaltlich begleitet hat. Unterstützt wurde das dadurch, daß Kosten- und Risikomanagement zusammen mit den Planern im „big room“ angesiedelt waren und insofern unter Wahrung der gebotenen Unabhängigkeit und des wechselseitigen Respekts dennoch im Projekt-Team integriert waren.

Auf dieser Grundlage konnten Kosten und Risiken von Anfang an im Projektbudget berücksichtigt werden. Die gesonderte Ausprägung spezialisierter Rollen und Ressourcen für Kosten- und Risikomanagement haben in ihrer Unabhängigkeit eine Qualität zutage gefördert, die ansonsten als Nebenleistung im Tagesgeschäft nicht hätte erzielt werden können. In den regelmäßig von den Spezialisten moderierten Kosten- und Risikogesprächen konnten auch vorausschauend Aspekte identifiziert und Gegensteuerungsmaßnahmen entwickelt werden, die ansonsten verborgen geblieben wären. Damit wurden die Kosten- und Risikomanager auch nicht als unangenehme Kontrolleure wahrgenommen, sondern als Unterstützer auf dem Weg zu den gemeinsamen Projektzielen akzeptiert und anerkannt.

1. WVPM

Präsident
Prof. Dr.-Ing. Norbert Preuß

1. Vorsitzender
Prof. Dr. Klaus Eschenbruch
2. Vorsitzender
Prof. Dr.-Ing. Florian Kluge

2017  1. Wissenschaftlichen Vereinigung Projektmanagement - 1wvpm