Empfehlungen der Reform-Kommission im Praxis-Check

5. Partnerschaftliche Zusammenarbeit

Die Reformkommission empfiehlt eine wirkungsvolle Verpflichtung aller Projektbeteiligen auf eine „echte“, ernst gemeinte partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Diese moralische Verpflichtung sollte etwa durch eine „Projekt-Charta“ fixiert werden. Der Auftraggeber soll die Zusammenarbeit durch wirkungsvolle Anreizmechanismen unterstützen.

Wie die Marktsondierung gezeigt hat, können Planer und bauausführende Unternehmen oft selbst entscheiden, ob sie auf ein Projekt anbieten oder nicht. Es spricht einiges dafür, daß diejenigen Unternehmen, die diese Wahl haben, begehrter und damit auch besser geeignet sind als jene Unternehmen, die einen Auftrag dringend „brauchen“. Und so hat die partnerschaftliche Zusammenarbeit schon vor der Auftragsvergabe begonnen, indem zwischen Fraport, Planern und Bauwirtschaft Kontakte aufgebaut, Beziehungen gepflegt, und Erwartungen ausgetauscht worden sind, die es in der Folge von beiden Seiten zu erfüllen galt.

Fraport hat dabei kein Geheimnis daraus gemacht, daß das Arbeiten an einem Flughafen und für einen Sektoren-Auftraggeber in vielerlei Hinsicht aufwendiger ist als etwa für einen Projektent­wickler auf der grünen Wiese. Andererseits ist Fraport ein professionell aufgestellter, verläßlicher und fairer Partner der auch wirtschaftlich nicht darauf angewiesen ist, seine Partner unangemessen unter Druck zu setzen. So konnten Bauherr und Projektbeteiligte schließlich auf Augenhöhe zusammenfinden und Verträge abschließen, die überwiegend über die gesamte Projektlaufzeit getragen haben.

Eingetretene Störungen wurden meist konstruktiv und entlang der geschlossenen vertraglichen Vereinbarungen bereinigt. „Hart, aber fair“ hat Fraport die eigene Position dabei ebenso durchgesetzt, wie sie andere Positionen anerkannt und entsprechend den vertraglichen Regelungen vergütet hat. „In dieser sachlich-wertschätzenden Atmosphäre konnten auch schwierige Verhandlungen professionell und partnerschaftlich zum Erfolg geführt werden.“ bestätigt Dipl.-Ing. Christiane Schmitt, Gesamtprojektleiterin Ausführung. Gute Erfahrungen wurden dabei auch mit Anreizsystemen gemacht, mit denen selbst unter schwierigen Umständen anspruchsvolle Ziele noch rechtzeitig erreicht werden konnten. Allerdings soll hier auch nicht verschwiegen werden, daß der eine oder andere Malus gezogen werden mußte, wenn die vereinbarten Ziele dann doch nicht erreicht worden sind.

1. WVPM

Präsident
Prof. Dr.-Ing. Norbert Preuß

1. Vorsitzender
Prof. Dr. Klaus Eschenbruch
2. Vorsitzender
Prof. Dr.-Ing. Florian Kluge

2017  1. Wissenschaftlichen Vereinigung Projektmanagement - 1wvpm