Empfehlungen der Reform-Kommission im Praxis-Check

8. Klare Prozesse und Zuständigkeiten/Kompetenzzentren

Die Reformkommission empfiehlt, besonderes Augenmerk auf die Organisation von Projektleitungs- und ‑steuerungsaufgaben zu legen. Dies betrifft gleichermaßen die notwendigen personellen und fachlichen Kompetenzen und praktische Erfahrung wie auch die klare Regelung von Projektabläufen, Entscheidungswegen, Verantwortlichkeiten und Informationspflichten.

Aufgrund der Größe und Komplexität des Projektes, den Schnittstellen zum baulichen Bestand und den Abhängigkeiten zum laufenden Flugbetrieb hat Fraport sich für eine starke Projektleitung aus dem eigenen Hause entschieden, die auch in nennenswertem Umfang delegierbare Bauherrenaufgaben der klassischen Projektsteuerung übernommen hat. Hierfür konnte auf die rd. 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fraport-Kompetenzzentrums Planung und Bau zurückgegriffen werden. Lediglich bei standardisierten administrativen Leistungen oder fachlichen Spezialdisziplinen wurde externe Unterstützung eingesetzt.

Intern wie extern wurde bei der Besetzung von Positionen auf Projektleitungs- und -steuerungsebene durchweg allergrößter Wert auf die fachliche und persönliche Eignung der Kandidaten gelegt. Jenseits der berufsbezogenen Ausbildung waren vor allem sowohl die allgemeine Berufserfahrung, als auch konkrete Projekterfahrung aus vergleichbaren Projekten und Umfeldern wesentliche Auswahlkriterien. Auf dieser Grundlage wurden die am besten geeigneten Mitarbeiter für die TOP-Positionen im Projekt ausgewählt, darüber hinaus erhielten jüngere Kollegen mit erkennbarem Potential ihrem Kenntnisstand entsprechende Aufgaben und so die Gelegenheit, sich unter fachkundiger Anleitung einzubringen, und gezielt eigene Erfahrungen für ihre berufliche Weiterentwicklung zu sammeln. Bei externen Dienstleistern galt sinngemäß entsprechendes, weshalb auch hier die Vergaben an den Wirtschaftlichsten erfolgt sind und nicht an den Billigsten.

Bauprojekte im Allgemeinen werden bei Fraport entlang bestehender Verfahrensrichtlinien und entsprechend der Vorgaben des Projektmanagement-Handbuchs abgewickelt. Auf dieser Grundlage wurden für das Projekt A-Plus Abläufe, Verantwortlichkeiten und Befugnisse in einem Organisations- und Projekthandbuch festgelegt, das durch den Projektsteuerer kontinuierlich gepflegt und weiterentwickelt wurde. Es definiert auch die Informations-, Eskalations- und Entscheidungswege jenseits der Projektebene, die über die Gesamtprojektleitung („Programmleitung“) in den Steuerkreis A-Plus führen, in dem die Geschäftsbereiche der Nutzer und sonstigen Projektbeteiligten durch ihre jeweils oberste Führungsebene vertreten waren.

1. WVPM

Präsident
Prof. Dr.-Ing. Norbert Preuß

1. Vorsitzender
Prof. Dr. Klaus Eschenbruch
2. Vorsitzender
Prof. Dr.-Ing. Florian Kluge

2017  1. Wissenschaftlichen Vereinigung Projektmanagement - 1wvpm